4k

4K und die Sache mit der Auflösung und den Pixeln

Mit dem Übergang von analogen zu netzwerkbasierten Kameras haben sich viele Aspekte der Planung und des Betriebs der Anlagen verändert. Der Vorteil der alten analogen Technik war die nahtlose Anwendung der zugrundeliegenden Videostandards. Errichter und Planer konnten sich relativ sicher sein, dass die Bilder nach der erfolgten Installation korrekt übertragen, aufgezeichnet und angezeigt werden.

Bei der Netzwerktechnik ist das nicht ganz so einfach, denn die von Netzwerkkameras verwendeten Bildformate, Kompressionsverfahren und die Art mit der die Bilder von dort abgerufen werden können, variieren je nach Modell und Hersteller stark.
Hat man bisher die Auflösung analoger Kameras mit TV-Linien beschrieben, das heißt wie viele Linien eines vorgegebenen Testbilds voneinander unterscheidbar sind, findet man in den Datenblättern der Netzwerkkameras meist keine Angaben zu erzielbaren Auflösungen. Es sind nur noch die physikalische Anzahl der vorhandenen Bildpunkte auf dem Sensor vermerkt. Bei der Planung von Videoanlagen wurde die geforderte Anzahl auflösbarer TV-Linien abgelöst durch die Angabe von „Pixeln pro Meter“ (PPM).  Der PPM- Wert sagt auch nicht viel über die Auflösung aus, sondern beschreibt nur die theoretisch verfügbare Anzahl von Bildpunkten pro Längeneinheit. Eine Full HD Kamera mit 1920 horizontalen Bildpunkten, die mit einem Objektiv eine sichtbare Breite von 8m abbildet, liefert also 240 PPM (1920:8). Eine 4K- Kamera mit 3840 horizontalen Bildpunkten liefert also 480 PPM. Dabei wird oft außer Acht gelassen, ob die verwendete Optik der Kamera diesen Anforderungen entspricht. Theoretisch kann eine eine Full- HD Kamera mit einem herkömmlichen PAL-Objektiv betrieben werden. Diese Kamera erfüllt dann rein rechnerisch die geforderten PPM Werte, liefert aber sicher nicht die geforderte Detailschärfe. Daher empfehlen wir dringend nur die von uns entsprechend  klassifizierten Megapixel Objektive für HD-Kameras zu verwenden.

Die HD-Kamerahersteller haben in den letzten Jahren hauptsächlich Full-HD Kameras angeboten. Doch es geht noch schärfer. 4K heißt die neue Technologie. 4K steht für 4000 und gemeint ist damit die ungefähre Anzahl der horizontalen Bildpunkte, also eine vierfach höhere Auflösung (8MP) gegenüber Full-HD Kameras. Damit lässt sich die Detailgenauigkeit deutlich erweitern und kleinste Ausschnitte einer Szene lassen sich deutlicher erfassen und vergrößern. Da die 4K-Kameras zusätzlich einen größeren Bereich abdecken und somit den Lageüberblick erhöhen, kann eine 4K-Kamera ggf. mehrere Full-HD Kameras ersetzen.

Dabei sollte man aber nicht außer Acht lassen, dass sich die Aufzeichnungsgröße einer 4K-Kamera gegenüber einer Full HD- Kamera vervierfacht und auch der Rekorder mit Festplatte entsprechend leistungsfähig sein muss.
Um dem bei HD-Kameras bekannten Problem mit der Lichtempfindlichkeit zu begegnen, sollte bei der Auswahl der Kamera auf die Größe des CMOS Sensors geachtet werden. Je größer der Sensor, desto besser.

Weshalb manchmal lieber kein 4K?

Es gibt mehrere Fälle, in denen 4K-Technologie bei einer Überwachungskamera nicht unbedingt besser ist als eine niedrigere Auflösung. Hier sind einige Beispiele:

1. Speicherplatz und Bandbreite: 4K-Videos benötigen erheblich mehr Speicherplatz und Bandbreite als niedrigere Auflösungen. Wenn die Infrastruktur nicht ausreichend ist, kann dies zu Problemen bei der Speicherung und Übertragung der Daten führen.

2. Überwachung in kleinen Bereichen: Wenn die Kamera nur einen kleinen Bereich überwacht, kann eine niedrigere Auflösung ausreichend sein. In solchen Fällen könnte die Detailgenauigkeit von 4K nicht wirklich zur Verbesserung der Überwachung beitragen.

3. Bewegung: Bei schnellen Bewegungen kann die höhere Auflösung von 4K möglicherweise nicht die gewünschten Vorteile bringen, da die Bildrate und die Kompressionseinstellungen ebenfalls eine Rolle spielen. Eine niedrigere Auflösung mit einer höheren Bildrate könnte in solchen Fällen bessere Ergebnisse liefern.

4. Kosten: 4K-Kameras sind in der Regel teurer, sowohl in der Anschaffung als auch in der Wartung. Wenn das Budget begrenzt ist, kann eine Kamera mit niedrigerer Auflösung eine kosteneffizientere Lösung sein.

5. Beleuchtungsbedingungen: In sehr dunklen oder wechselhaften Lichtverhältnissen kann die Bildqualität von 4K-Kameras beeinträchtigt werden, während Kameras mit niedrigeren Auflösungen möglicherweise besser mit diesen Bedingungen umgehen können, insbesondere wenn sie über spezielle Funktionen wie Infrarot-Nachtsicht verfügen.

6. Anwendungsbedarf: In vielen Überwachungsszenarien, wie z.B. der Überwachung von Eingängen oder Parkplätzen, kann eine 1080p- oder 1440p-Auflösung ausreichend sein, um die benötigten Details zu erfassen, ohne die zusätzlichen Anforderungen und Kosten von 4K.

Insgesamt hängt die Wahl der Auflösung von den spezifischen Anforderungen der Überwachungssituation ab. 

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Speicherplatz und Bandbreite, schnelle Bewegungen, Anschaffungskosten, Beleuchtungsbedingungen, Anwendungsbedarf